Die Reiseexperte Mike Sopp war für Sie in der japanischen Kaiserstadt Kyoto unterwegs. Im Kyoto Reisebericht gibt er seine Erfahrungen weiter.

Dieses Jahr hatte ich das Glück, einige Tage in der alten Kaiserstadt Kyoto verbringen zu dürfen. Da ich bereits im Februar angereist bin, habe ich zwar die berühmte Hanami-Kirschblüte, die in Kyoto in der letzten März-Woche beginnt, verpasst, konnte aber die weniger bekannte, aber trotzdem sehr schöne Pflaumenblüte erleben. Generell war der Februar eine sehr empfehlenswerte Reisezeit. Das Wetter war angenehm und die Stadt noch nicht zu überlaufen.

Über 1.000 Jahre lang war Kyoto der Sitz des japanischen Kaisers und das kulturelle Zentrum des Landes. Dies ist noch immer überall in der Stadt zu spüren und obwohl Kyoto heute eine moderne Millionenmetropole ist, geht es hier doch etwas entspannter zu als im oft hektischen Tokyo. Die Stadt platzt nur so vor historischen Tempeln und Schreinen, traditionellen Gärten und geheimnisvollen Teehäusern, die man nur mit Einladung betreten darf. Die UNESCO hat die schiere Menge an Kulturerbestätten (17 Stück an der Zahl) schlicht unter dem Titel „Historisches Kyoto“ zusammengefasst und diese decken nur einen winzigen Teil der unüberschaubaren Anzahl historischer Stätten ab, die man besuchen kann. Meine Tage waren also reichlich gefüllt.

Meine Reisestationen im Einzelnen

Begonnen habe ich mit den Tempeln und Schreinen im Nordwesten der Stadt. Hier habe ich zuerst den Goldenen Pavillon (Kinkaku-ji), eines der bekanntesten Wahrzeichen Kyotos besucht. Direkt nach Betreten des Tempelgeländes kann man den beindruckenden und pittoresk an einem Seeufer platzierten Pavillon bestaunen, dessen obere Stockwerke komplett mit Gold überzogen sind. Anschließend führte mich mein Weg zum nahegelegenen Ryoan-ji Tempel, der den wohl berühmtesten Zen-Steingarten der Welt beherbergt. Schließlich ging es mit der Bahn weiter bis nach Arashiyama, einem weiteren Stadtteil im Nordwesten Kyotos. Neben Highlights wie dem berühmten Bambuswald und der Villa „Okochi Sanso“ mit ihrem beeindruckenden Landschaftsgarten waren vor allem die kleineren, weniger besuchten Tempel des Viertels ein absoluter Höhepunkt meiner Reise.

Einen weiteren Tag verbrachte ich im Osten der Stadt, wo ich bei einem Spaziergang entlang des Kirschbaum bestandenen Philosophenweges einige der berühmtesten Tempel und Sehenswürdigkeiten der Stadt kennenlernen konnte. Zahlreich erstrecken sich diese hier entlang der bewaldeten Hügel und wirken wie kleine Oasen der Ruhe in der Millionenstadt Kyoto. Vor allem der Ginkakuji, der sogenannte Silberne Pavillon, und das zugehörige Tempelgelände, welches einige der schönsten und vielseitigsten Gärten der Stadt beherbergt, haben mich begeistert.

Und natürlich war ein Besuch im Kiyomizu-dera Pflicht, von dessen Terrasse ich einen tollen Blick über das abendliche Kyoto genießen konnte, bevor mich mein Weg ins ehemalige Geisha-Viertel Gion geführt hat. Hier hatte ich das Glück, bei einer Food-Tour einige der schönsten Pubs und Restaurants des Viertels kennenlernen zu dürfen.

Ponto-chō ist ein Stadtteil von Kyoto, der für Maiko und Geiko bekannt ist und viele traditionelle Teehäuser beheimatet.
Straße im Stadtteil Ponto-chō

Einen wunderschönen Vormittag konnte ich am Fushimi-Inari Schrein verbringen wo ich eine kleine Wanderung zum Berggipfel unternommen habe. Und schließlich durfte natürlich auch ein bisschen Shopping nicht zu kurz kommen, denn Kyoto ist ein wahres Einkaufsparadies. Vor allem rund um den Nishiki-Markt und entlang der Straßen Shijo, Kawaramachi und Teramachi, findet man alles, was das Herz begehrt und eine großartige Auswahl, sowohl an Alltagsgegenständen als auch an typisch japanischen Souvenirs von ausgezeichneter Qualität.

Reisebericht Kyoto: Meine Highlights der Reise

Tempel im Norden Arashiyamas

Arashiyama ist eine national ausgewiesene historische Stätte und bekannt für seine landschaftliche Schönheit.
Stadtteil Arashiyama im Westen von Kyoto

Abseits der Besuchermassen im Zentrum Arashiyamas gibt es im Norden des Viertels einige der weniger bekannten, aber interessantesten Tempel der Stadt zu entdecken. Bei einem Spaziergang entlang der unter Denkmalschutz stehenden Straße Saga-Toriimoto kann man hier noch das etwas bedächtigere Kyoto erleben. Zunächst führte mich mein Weg zum kleinen Gio-ji Tempel. Dieser ist auch als „Moos-Tempel“ bekannt, da sich auf dem Tempelgelände einer der schönsten Moos-Gärten der Stadt befindet. Anschließend schlenderte ich zum Adashino Nenbutsuji Tempel, wo man tausende kleiner Buddha-Statuen bewundern kann, die im ganzen Stadtgebiet ausgegraben wurden. Und schließlich kam ich noch zum ganz im Norden gelegenen Otagi Nenbutsuji Tempel, wo über 1.200 kleine Statuen der Schüler Buddhas, größtenteils von Amateurbildhauern gespendet und humorvoll gestaltet, den Tempelgarten zieren.

Starbucks in einem alten Machiya-Stadthaus

Starbucks in einem alten Machiya-StadthausEtwas versteckt neben den berühmten Gassen Sannenzaka und Ninenzaka befindet sich eine der vielleicht schönsten Starbucks-Filialen der Welt. Die Kaffeehauskette hat hier ein altes Stadthaus, ein sogenanntes Machiya, zu einer seiner Filialen umgewandelt, die alte Bausubstanz und Raumaufteilung, inklusive Sitzbereich auf Tatami-Matten, aber originalgetreu erhalten, so dass man auch hier dem alten Kyoto nahekommen kann.

Fushimi-Inari Schrein

Der Fushimi-Inari Schrein ist sicherlich einer der berühmtesten Schreine des Landes und auf jeden Fall einer der fotogensten. Der Schrein ist der wichtigste unter tausenden Schreinen im ganzen Land, die Inari, dem japanischen Reisgott, gewidmet sind. Hinter dem Schreingebäude starten die berühmten, mit tausenden Torii bestandenen Bergpfade, die sich den Heiligen Berg Inari nach oben winden. Die Atmosphäre, die in den aus den roten Toren bestehenden Tunneln herrscht, ist wirklich einmalig. Besonders toll fand ich die kleine Wanderung zum Gipfel, denn je länger man den mystischen, durch das Spiel von Licht und Schatten geprägten Gängen folgt, desto mehr lichten sich die Besuchermassen, und man kann auf der Bergspitze die Ruhe des kleinen Kami-no-Yashiro Schreins genießen.

Unser Reiseexperte Mike Sopp beim Besuch des Fushimi-Inari Schrein
Mike Sopp am Fushimi-Inari Schrein

Warum ich wiederkommen würde?

Weil vier Tage einfach nicht genug Zeit sind, um die unglaubliche Vielfalt an Sehenswürdigkeiten in dieser wundervollen Stadt bei nur einem Besuch zu sehen. Tagesausflüge nach Nara oder zu I. M. Peis berühmten MIHO-Museum, ein Besuch der Sake-Brauereien von Fushimi oder der beeindruckende Renge-o-in mit seiner berühmten, 120 m langen und von 33 Säulen getragen Halle Sanjusangendo – es gibt noch so vieles zu entdecken. Und natürlich für die großartige japanische Küche!

Was sollte im Gepäck nicht fehlen?

Bereits am Flughafen sollte man sich einen mobilen WiFi-Router ausleihen (kann auch vorher online reserviert werden). So bleibt man auch vor Ort online und hat schnell alle Infos zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, den besten Restaurants und den schönsten Stadtvierteln.

Ein typisches Gericht, das ich empfehlen kann:

Onigiri – kleine, meist mit einem Nori-Blatt umwickelte Reisbällchen mit verschiedenen Füllungen. Definitiv der beste Snack für unterwegs. Ob mit Gemüse, Fisch oder gewürztem Fleisch gefüllt – Onigiris sind in vielen Geschmacksrichtungen erhältlich und fast überall verfügbar. Jeder der zahlreichen „Kombinis“ (24-Stunden Läden) führt sie im Sortiment und bietet so einen überaus leckeren und billigen Snack für Zwischendurch.

Einkaufstipps:

Einkaufen kann man eigentlich überall in Kyoto gut. Vor allem entlang der Straßen Shijo, Kawaramachi und Teramachi, sowie auf dem benachbarten Nishiki Markt, findet man alles, was das Herz begehrt. Ein besonderer Tipp für ein schönes Souvenir: Das Geschäft „Musubi“ – nahe dem Stadtzentrum – hat sich auf typisch japanische „Furoshiki“-Tücher spezialisiert. Diese werden vor allem als besondere Geschenkverpackungen verwendet, können durch bestimmte Techniken aber auch zu Taschen, Rücksäcken, etc. gefaltet werden. Etwas ganz Besonderes und typisch japanisch! Und falls man nur wenig Zeit hat: Im Kyoto Handicraft Center, in der Nähe des Heian Schreins, gibt es auf mehreren Etagen traditionelle japanische Handwerkskunst und sonstige, typisch japanische Produkte (z.B. Furoshiki, Bento-Boxen, Esstäbchen etc.) für jeden Geldbeutel und in einer guten Qualität.

Restaurant/Bar:

Gyoza sind mit Hähnchen und Gemüse gefüllte Teigtaschen und eine beliebte Vorspeise in Japan.
Die typisch japanische Vorspeise Gyoza

Ippudo Ramen – direkt neben dem Nishiki Markt gelegenes Ramen-Restaurant. Nach einem langen Besichtigungstag im doch etwas kühlen Februar war eine heiße Nudelsuppe genau das richtige. Nach kurzer Wartezeit bekommt man einen Platz an der langen Theke und kurz nach Bestellung sieht man eine große Schale dampfender Brühe vor sich stehen. Köstlich, nahrhaft und typisch japanisch! Ebenso zu empfehlen: Unbedingt auch ein paar Gyoza (mit Hähnchen und Gemüse gefüllte Teigtaschen) als Vorspeise bestellen.

Erleben Sie Kyoto in der Gruppe: Gruppenreise Best of Japan
oder ganz individuell: Japan individuell Privatreise

Einreise-Informationen für Japan

Wir sind gerne für Sie da, um Ihren ganz persönlichen Japantraum zu verwirklichen!

 

Ihre Zielgebietsexpertin

Sandra Pientka, Tel. 06021 – 3065-65 und sandra.pientka@reisefieber.net

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